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Deutscher Bundesverband der
Atem-, Sprech- und Stimmlehrer/innen
Lehrervereinigung Schlaffhorst-Andersen e. V.


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Sie befinden sich im Bereich:  home / Informationen / Therapie / Übersicht Therapie / Therapie-Inhalte bei auditiver Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung


Am Anfang der Therapie
stehen unter Zugrundelegung aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse und unter Berücksichtigung von spezifischem Krankheitsbild und Prognose

- Durchführung und Auswertung der Befunderhebung (einschließlich Anamnese)
- Definition der Behandlungsziele
- Erstellen des Behandlungsplans
- ggf. Einsatz störungsspezifischer Screening- und standardisierter Testverfahren
- siehe auch Therapie-Ablauf

Therapie-Inhalte bei auditiver Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung (AVWS) unter Berücksichtigung von Ursache und Art der Erkrankung können sein

Gezielte Anbahnung, Differenzierung und Konsolidierung
in den Bereichen

- kognitive Fähigkeiten (u.a. Aufmerksamkeit, Ausdauer, Konzentration ggf. z.B.
  mittels zielgerichtetem Einsatz von Musikinstrumenten, Video-, Computertechnik)
- kinästhetische und taktile Fähigkeiten (Tonus und Haltung, innere und äußere
  Körperspannung z.B. über Kreisen – Schwingen – Rhythmus – Atmen –
  Tönen/Wechsel von Aktivität – Passivität – Lockerheit)
- Erkennen akustisch-visueller Signale
- Erkennen von Geräuschen, Tönen, Klängen (Beschaffenheit)
- Unterscheidung von Geräuschen, Tönen, Klängen
- Erkennen dynamischer Prozesse in Geräuschen, Tönen, Klängen
- Richtung orientiertes Hören (Schall lokalisieren über Geräusch, Ton, Klang
  z.B. mittels Einsatz von Alltagsgegenständen, Stimme, Musikinstrumenten)
- Haupt- von Nebensignal unterscheidendes Hören (Figur-Grundwahrnehmung)
- seitiges Hören (Sensibilisierung rechts und/oder links)
- Hören und Speichern aufeinander folgender Stimuli
- Unterscheidung von Tonhöhen und Rhythmen/Melodiestrukturen
- Lokalisation eines Lautes im Wort
- Verbindung einzelner Laute zum Wort, einzelner Worte zum Satz (Artikulation,
  Sprachrhythmus, Sprachbogen, Sprechgeschwindigkeit, Sprechablauf z.B. mittels
  Atemschriftzeichen und Sprechzeichnen)
- Ergänzung fehlender Laute zu Sinn gebenden Worten
- Zuordnung von Geräusch-, Ton- und Klang-Bild zur Geräusch-, Ton- und Klang-
  Bedeutung
- Wort erkennen und Wortbildung
- auditive Merkspanne, auditives Gedächtnis
- bewusster Umgang (strukturell, funktionell) mit Lauten, Worten, Sätzen
  (phonologische Bewusstheit, phonematische Differenzierung), Prosodie,
  Sinnverständnis (Laut, Wort, Satz) und Kontrolle der auditiven Wahrnehmung
  (z.B. über das Sprachquadrat) Glossar
- Intonation (Sprechen, Singen) auch zur Identifizierung mit dem eigenen
  Sprech-/Stimmklang
- Wahrnehmung auch der emotionalen Inhalte (Sprachverständnis)
- Übereinstimmung auditiver und kinästhetischer Wahrnehmung, Steigerung des
  Hörvertrauens (hören, bewegen, sprechen, singen z.B. zu rhythmischen Texten,
  Übungsversen, Gedichten, Liedern)
- Hörfähigkeiten in komplexen Handlungsabläufen (Kommunikation z.B. in
  Rollenspielen über Kontaktaufnahme, Rollenwechsel zum Entdecken der
  Dialogmöglichkeiten/-fähigkeiten)
- Wahrnehmungsbeständigkeit (unabhängig von Tönhöhe, Klangfarbe, Lautstärke)
- Transfer der erlernten auditiven Wahrnehmungsfähigkeiten in einen optimalen 
  Einsatz sprachlicher Leistungen in Alltagsituationen (adäquate Umgangssprache)

Therapie durch Atem-, Sprech- und Stimmlehrer/innen
spricht den Menschen in seiner Gesamtheit an und fördert damit gezielt Hören und Sprechen in ihrer Komplexität.

Die Therapie-Inhalte werden entsprechend erweitert
wenn auditive Wahrnehmungsstörungen zusammen mit anderen Störungsbildern (z.B. Sprech-Störungen wie Dyslalie, Sprachstörung vor Abschluss der Sprachentwicklung wie Sprachentwicklungsverzögerung/-störung) auftritt.

Weitere Bestandteile der Therapie

- Anleitung, Beratung der Eltern/Bezugspersonen (z.B. hinsichtlich
  störungsspezifisch kognitiver Fähigkeiten, störungsspezifischer
  Krankheitsverarbeitung, Akzeptanz der Störung, Wahrnehmung und Entwicklung
  individueller Lernstrategien, Beseitigung psychosozialer Hemmungsfaktoren,
  Eigenverantwortung, Hören förderndes Verhalten, Hören unterstützende
  Kommunikation)
- Abstimmung und Zusammenarbeit mit beteiligten Ärzten, Erziehern, Lehrern,
  Ergotherapeuten, Physiotherapeuten
- ggf. Einbeziehung, Anleitung, Beratung des sozialen Umfelds in das
  Therapiekonzept
- „in vivo“: (Konfrontations-)Therapie außerhalb des Behandlungsraumes
- Nachsorge

Atem-, Sprech- und Stimmlehrer/innen
sind therapeutisch und pädagogisch qualifizierte Fachkräfte mit einer staatlich anerkannten Ausbildung und von allen Gesetzlichen Krankenkassen zur Sprach-Therapie wie auch zur Stimm- und Sprech-Therapie umfassend zugelassen. Ihre Leistungen sind von Beihilfe und Privaten Krankenkassen anerkannt.

Therapie durch Atem-, Sprech- und Stimmlehrer/innen
spricht den Menschen in seiner Gesamtheit an und behandelt damit gezielt Hören, Sprache, Stimme und Sprechen in ihrer Komplexität.

Ihre Behandlungs-Qualität sichern Atem-, Sprech- und Stimmlehrer/innen
durch Fortbildung und fachübergreifende Arbeitsgruppen.


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